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Willkommen zur Jahrestagung 2021 Wissenschaftliches Komitee

Liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Freunde,

Im Namen von pädiatrie schweiz und der Schweizerischen Akademie für psychosomatische und psychosoziale Medizin (SAPPM) als Gastgesellschaft begrüssen wir Sie ganz herzlich zur virtuellen Jahrestagung am 10. und 11. Juni 2021. Besondere Umstände erfordern besondere Massnahmen – und so freuen wir uns, dass wir den für Juni 2020 sorgfältig vorbereiteten Kongress aufgrund der anhaltenden COVID-19-Pandemie nun zumindest als virtuelle Tagung durchführen können.

Die gegenwärtige Pandemie lehrt uns dreierlei. Erstens ist die Medizin durch einen stetigen Lernprozess geprägt, der die Entwicklung in einer sich fortlaufend verändernden Welt sichert. Dass dabei auch bestehende Lehrmeinungen umgestürzt werden und neue Erkenntnisse zu Richtungsänderungen führen, liegt in der Natur der Sache. Zweitens bringt die Pandemie die Komplexität der medizinischen, gesellschaftlichen und ökologischen Zusammenhänge zum Bewusstsein. Gerade bei komplexen Herausforderungen führt aber oft nur die Berücksichtigung verschiedener Perspektiven zu tragfähigen und nachhaltigen Lösungen. Und drittens belebt die aktuelle Krise die Grundfrage nach der Entstehung von Gesundheit und Krankheit. Da beide mit dem Menschsein auf innigste Weise verknüpft sind, muss eine patienten-zentrierte Medizin von dieser Frage ausgehen und die Arzt-Patienten-Beziehung als Herzstück der Medizin von der Sorge um den notleidenden Mitmenschen bestimmt werden.

In der täglichen Praxis begegnet die Kinderärztin/der Kinderarzt häufig der Frage: „Doktor, warum ist mein Kind krank?“ Diese Frage lenkt den Blick auf die krankmachenden Faktoren und damit auf die Pathogenese des Krankheitsgeschehens. Spätestens wenn die Diagnose gestellt ist, schliesst sich meist eine weitere Frage an: „Doktor, was macht mein Kind (wieder) gesund?“ Dabei richtet sich der Blick neben den konkreten Therapiemöglichkeiten auch auf die gesundmachenden Faktoren und Entwicklungsbedingungen, also auf die Salutogenese. Diese spielt in jedem Fall eine zentrale Rolle, ganz gleich ob die Therapie sogenannt kausal oder nur symptomatisch ist. Es sind diese beiden gleichberechtigten, sich ergänzenden Blickrichtungen, die auch der Unterscheidung von Risikofaktoren und Schutzfaktoren für die gesunde Entwicklung von Kindern und Jugendlichen zugrunde liegt.

Den enormen Fortschritten der konventionellen Medizin verdankt man die grossartigen Erfolge z.B. in der Notfall- und Intensivmedizin oder der Onkologie. Daneben sind es insbesondere die Therapiemethoden der Komplementärmedizin, die gezielt versuchen, gesundmachende bzw. gesundheitserhaltende Prozesse anzuregen und zu unterstützen. Obwohl sich komplementärmedizinische Massnahmen allgemein einer grossen Beliebtheit erfreuen, sind die Möglichkeiten der Komplementärmedizin gerade in der Kinder- und Jugendmedizin bei weitem nicht ausgeschöpft und zudem nicht ausreichend erforscht, um klar zwischen wirksamen und sicheren bzw. nicht-wirksamen und gefährlichen Therapien unterscheiden zu können. In einer kürzlich publizierten Studie zeigt sich ausserdem, dass zwei Drittel der Schweizer Pädiater Fortbildungen im Bereich der Komplementärmedizin wünschen, um ihre Patienten diesbezüglich kompetent beraten zu können.

So wie sich die beiden oben genannten Fragen sinnvoll ergänzen und erst gemeinsam einen ganzheitlichen Weg der Patientenbetreuung beschreiben, so können sich die Ansätze der konventionellen und komplementären Medizin ergänzen, will man das therapeutische Potenzial im Sinne der integrativen Medizin voll ausschöpfen. Der dafür nötige Dialog zwischen Praxispädiatern, pädiatrischen Spezialisten, Fachexperten und Forschern steht ganz im Zentrum der Jahrestagung 2021. Sie steht unter dem Motto „Building bridges between conventional and complementary medicine“. Wir möchten Sie herzlich einladen, sich auch im virtuellen Format aktiv an stimulierenden Diskussionen und einem fruchtbaren Austausch zu beteiligen.

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme am Kongress.

Im Namen des wissenschaftlichen und lokalen Organisationskomitees